Palmarum am 28.03.2021

Mitwirkende: Katrin Herting (Vaterunser),
Meinolf Herting (Orgel, Lektor),
Pfrn. Almuth Reihs-Vetter (Liturgie und Predigt),
E. Rieger (Lektorin)

Glockengeläut und Musik zum Eingang

(Fuge von Johann C. Simon (1701-1776))

Eröffnung und Begrüßung

P:     Im Namen Gottes,
        des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
G:    Amen.
P:     Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
G:     Der Himmel und Erde gemacht hat.
P:    Der Herr sei mit euch.
G:    Und mit deinem Geist.

Begrüßung
Herzlich willkommen zum digitalen Gottesdienst am 6. und letzten Sonntag der Passionszeit aus Wewelsburg.
In dieser so stillen Zeit wird es mit diesem Sonntag noch einmal stiller. Heute beginnt die Kar-Woche, Höhepunkt des Kirchenjahres. Sie führt uns durch die Tage des Leidens und Sterbens Jesu hin zum Fest Seiner Auferstehung.
Wir eröffnen sie, indem wir an den Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem erinnern und uns mit denen vereinen, die Jesus dort einst begrüßt haben.

Lesung des Evangeliums
So schreibt der Evangelist Johannes im 12. Kap.:
Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen:
„Hosianna! Gelobt sei, Der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“
Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht: „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Das verstanden Seine Jünger zuerst nicht. Das Volk aber, das bei Ihm war, als Er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. Darum ging Ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, Er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: „Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft Ihm nach.“
(Joh. 12, 12-19)

So laufen auch wir Ihm nach und begleiten Ihn durch Stationen Seines Leidens und Sterbens bis zur österlichen Siegesfeier. Wir tun das mitten in unserer eigenen Passionsgeschichte. Im Leiden dieser Welt, in der Bedrohung durch das Corona-Virus, mit der Hoffnung auf Leben.

Lied: EG 11, 2.5.8 (Wie soll ich Dich empfangen

2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.
5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.
8. Ihr dürft ja nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld; denn Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.

Psalm EG 66: Ps 69,2-4.8-10.14.21b-22.30

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;
ich bin in tiefe Wasser geraten,
und die Flut will mich ersäufen.
Ich habe mich müde geschrien,
mein Hals ist heiser.
Meine Augen sind trübe geworden,
weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.
Denn um Deinetwillen trage ich Schmach,
mein Angesicht ist voller Schande.
Ich bin fremd geworden meinen Brüdern
und unbekannt den Kindern meiner Mutter;
denn der Eifer um Dein Haus hat mich gefressen,
und die Schmähungen derer, die Dich schmähen,
sind auf mich gefallen.
Ich aber bete, HERR, zu Dir zur Zeit der Gnade;
Gott, nach deiner großen Güte
erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand,
und auf Tröster, aber ich finde keine.
Sie geben mir Galle zu essen
und Essig zu trinken für meinen Durst.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen.
Gott, Deine Hilfe schütze mich!
Amen

MOMENT DER STILLE!

Herr Jesus Christus,
Du bist im Kommen und wir gehen Dir entgegen.
Du bist der „Gott-für-uns“.
Dein Herz fließt über vor Liebe und Güte.
Lass uns eintauchen in den Strom Deines Erbarmens.
♫ Herr, erbarme Dich, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. ♫

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater,
wir verstehen Deine Wege nicht.
Unsere Fragen und Sorgen halten wir Dir hin:
die nicht enden wollende Bedrohung durch das Virus,
den Tod, der allgegenwärtig ist,
das Leid, das auch vor unseren Familien nicht Halt macht.
Lass uns nicht versinken in den schlammigen Tiefen der Trostlosigkeit.
♫ Herr, erbarme Dich, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. ♫

Heilige Geistkraft,
Du schenkst Hoffnung gegen den Augenschein.
Du wirkst Gemeinschaft und Vertrauen –
auch mit denen, die gerade nicht bei uns sein können.
Erfülle uns mit dem Glauben an das Leben,
mit der Zuversicht auf ewiges Leben.
♫ Herr, erbarme Dich, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. ♫

Amen

Lesung

Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Hebräerbrief, Kapitel 11 und 12:

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. In diesem Glauben haben die Alten Gottes Zeugnis empfangen.
Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.

Worte der Heiligen Schrift.

Predigt zu Hebr. 11, 1-2; 12, 1-3

Gnade sei mit euch und Friede, von Dem, Der da ist, Der da war, und Der da kommt. Amen
Liebe Gemeinde,

42,195 km. Das ist die normale Strecke eines Marathonlaufs.
Ein Läufer erzählt: „Wenn der Startschuss fällt, laufe ich begeistert los. Getragen vom Applaus der Zuschauer laufe ich die ersten 5 km wie auf Wolken. Dummerweise gibt es auch noch die nächsten 37. Etwa bei km 15 fange ich an zu denken. Müsste jetzt nicht gleich km 17 kommen? Wie, erst 16? Ob ich das schaffe? Werde ich ankommen? Bei km 25 wächst der Zweifel und fängt an zu nagen. Ab km 30 stellt sich die Sinnfrage. Ich möchte mich nur noch in den Graben werfen und heulen. Hätte ich nicht ein Ziel vor Augen…“(nach Michael Herbst, Deine Gemeinde komme, Holzgerlingen 2007, S.45) –

Der Marathon des Gottessohnes beginnt im Himmel. Als der Startschuss fällt, macht Er sich begeistert auf den Weg auf die Erde - voller Leidenschaft, die Menschen zu retten. Getragen vom Jubel der Engel läuft Er die erste Wegstrecke wie auf Wolken, lächelt das pieksige Stroh in der Krippe weg, läuft leichtfüßig durch die steinigen Straßen Galiläas und die staubige Wüste Judäas und zieht viele mit, die sich anstecken lassen von der Liebe und dem Leben, das da im Lauf ist. Jedoch wächst mit jedem Applaus auf der einen Seite auch der Widerstand auf der anderen. Zweifel begegnet Ihm und Anfeindungen; Stolpersteine werden Ihm in den Weg gelegt, Angst und Hass werden geschürt, schließlich trachtet man Ihm gar nach dem Leben. Aus Palmzweigen und ehrerbietigen Hosianna-Rufen, mit denen die Menschen Seinen Weg säumen, werden spöttische Beleidigungen und die schrille Forderung „Kreuzige Ihn!“ Und Er fragt sich: Werde ich das schaffen? Macht dieses ganze Unternehmen überhaupt Sinn? Und Er wirft sich unter Tränen auf die Knie: “Ach. Vater, lass doch diesen Kelch an mir vorüber gehen…!“ Aufgeben würde Er am liebsten – hätte er nicht das Ziel vor Augen… –

„Das ist kein Hundertmeterlauf, das ist ein Marathon.“, so sagte vor ziemlich genau einem Jahr, am 25. März 2020, Bundesrat Alain Berset anlässlich der Pressekonferenz zum Corona-Virus. Und er hatte Recht. Noch immer ist es nicht vorbei. Wie auf Wolken sind wir nie gelaufen. Mühsam und beschwerlich war es von Anfang an. Zu Beginn jedoch ließ sich auch noch manch Positives entdecken: mehr Zeit für sich und nahestehende Menschen, die heilsame Langsamkeit und Stille, die wirkungsvolle Schonung der Schöpfung, die wohltuende Achtsamkeit selbst fremder Menschen untereinander. Aber je länger der Marathon dauert, desto mehr werden Geduld und Ausdauer auf die Probe gestellt. Und mit ihnen der Glaube und die Hoffnung und auch die Liebe. Denn niemand weiß, wie lang die Strecke ist, die wir zu bewältigen haben. Ob wir sie schaffen werden? Ob wir jemals dadurch kommen? Manch eine:r möchte sich nur noch in den Graben werfen und heulen. Das Ziel ist nicht in Sicht…

Der Marathonläufer erklärt: „Wer Marathon läuft, muss wissen: Das ist kein Sprint, sondern ein Ausdauerlauf, eine Langstrecke. Ich muss Respekt haben vor den Kilometern. Besonders die Kilometer 35,36,37,38 und 39 haben es in sich. Wenn ich lossprinte wie ein Verrückter, werde ich keine Kraft haben für diese Kilometer. Bei km 35 steht der Mann mit dem Hammer und haut dich um.“ (A.a.O., 40) Und weiter: „Beim Laufen hilft nur zweierlei: 1. Ich denke an die Kilometer, die hinter mir liegen, die ich schon geschafft habe. Und 2.: ich denke an die Freude, wie es sein wird, über die Ziellinie zu laufen.“ (A.a.O., 46)

Der Gottessohn weiß, worauf Er sich mit Seinem Marathon einlässt. Als Er Mensch wird, weiß Er genau, was Ihn erwartet. Er weiß, dass Er Leid, Schmerz und Tod entgegengeht. Und Er hat Respekt davor. Aber Er weicht nicht aus und läuft nicht davon. Er nimmt vielmehr die Herausforderung an und stellt sich der Aufgabe und Seiner Bestimmung. Zwei Dinge helfen Ihm dabei: 1. Er weiß, wo Er herkommt und hingehört: zu Seinem Himmlischen Vater. Der hat Ihn gesandt und beauftragt und bevollmächtigt zu Seinem Lauf. Und 2. Er hat das Ziel vor Augen: diese geschundene Welt, die Er so sehr liebt, aus dem Abgrund zu ziehen und zurückzuholen ins Licht Gottes, darum geht es. Dieses Ziel lohnt jeden Einsatz, dieses Ziel gibt Kraft durchzuhalten…
Je weiter der Gottessohn auf Seinem Weg kommt, desto länger ist die Strecke, auf die Er zurückblicken kann, die Er schon geschafft hat: Seine Jünger, die Ihm vertrauen und folgen, die Menschen, die Ihm zugehört und eine Ahnung von Freiheit bekommen haben, die Leute, die von Seinem Brot satt geworden sind, das Kind, das Er gesegnet hat, die Frau, die durch Ihn geheilt wurde, der Mann, den Er aus dem Tod zurück ins Leben rief… - alles Etappen-Siege auf Seinem Lauf. Welch eine Freude wird es sein, wenn die ganze Schöpfung erstrahlt im Glanz der Herrlichkeit Gottes…!

Wir wurden nicht gefragt, ob wir bereit sind für unseren Marathon durch die Pandemie. Und falls ihr ein positiver Sinn innewohnt, erschließt der sich nicht ohne weiteres. Das Ziel ist für die meisten ein ganz einfaches: Ob man auf den einzelnen Menschen schaut oder die Familie, das Unternehmen oder die Nation - alle wollen mit dem Leben davon kommen, physisch, psychisch, wirtschaftlich. Kleinen Etappen-Siegen in der Bewältigung der Krise stehen reichlich Rückschritte entgegen, jedem Hoffnungsschimmer ernüchternde Fakten, den geretteten Leben unzählige Tote. Ja, wir haben schon manches geschafft. Politiker:innen werden nicht müde zu betonen, dass Impfstoffe, Tests, Corona-Warn-App uns deutlich weitergebracht haben und vor allem zukünftig bringen werden. Aber es weiß ja niemand, was uns wirklich noch bevorsteht und wie weit der Weg tatsächlich noch ist. Auch der Glaube wird darüber müde: Er versucht, sich festzuhalten an dem, was er nicht sieht, stolpert blind und greift ins Leere. Der Zweifel nagt; Fragen bohren sich ins Herz und durchlöchern die Zuversicht: Gott, wo bist Du? Hast Du uns verlassen? Die Hoffnung wird träge: Woran sollen wir uns halten? Und für die Liebe ist kaum Kraft. Woher sollen wir sie nehmen?

Wir haben eine Wolke von Zeugen um uns! Corona ist nicht die erste große Krise dieser Welt. Menschen vor uns haben Wirtschaftskrisen, (Welt-)Kriege und entsetzliche Pandemien wie die Pest erlebt. Und immer gab es Menschen, die durchgehalten haben gegen alle Widerstände, denen Mut und Glauben zuwuchsen in den dunkelsten Stunden und die für andere zu Hoffnungsträger:innen wurden. Vielleicht gibt es sie in deinem engsten Familienkreis. Meine Großmutter z.B. war so ein Mensch. Ich würde sie als weise bezeichnen. Sie hat in ihrem Leben als preußische Beamtentochter in Berlin den Glanz des Kaiserreiches erlebt, als junge Erwachsene das Scheitern der Weimarer Republik und als Familienmutter die Schrecken des Dritten Reiches; sie überlebte Flucht und Vertreibung und das Wachsen der freiheitlichen Demokratie der Bundesrepublik. In ihrem Leben gab es so vieles, was sie überstehen, durchstehen und aushalten musste. Und zugleich gab es so viel Glück. Erfüllung. Sinn. Was ließ sie durchhalten? Was ließ sie ihren Lebensmarathon laufen? Das Leben lehrt eine gewisse Gelassenheit. Die Erfahrung, mehr überstanden zu haben als gedacht. Im Rückblick entstehen Einsichten. Andere Perspektiven. In meiner Großmutter wuchs die Weisheit: nicht immer ist alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Eins ihrer Lieblingslieder war „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius. Mit ihm sang sie: „Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn…“ Der Glaube an Gott war die Grundmelodie ihres Lebens. Er war weniger ein Fürwahrhalten von Inhalten als eine Haltung. Zuversicht. Vertrauen, das sie auch an ihre Kinder und Enkel weitergab. Im Glauben kann ich Dinge und Zusammenhänge erfassen, die sich meinem Auge verbergen und die meinen Verstand herausfordern. Ich nehme eine andere Perspektive ein. Mit dem Glauben ist es wie mit einem Lauf über eine lange Distanz. Es braucht Ausdauer. Stehvermögen. Und es gibt Durststrecken…

Die Bibel erzählt von lauter solchen Zeugen und Zeuginnen des Glaubens, die entgegen allem Augenschein aus Gottvertrauen gelebt und ihren Lauf bewältigt haben. Eine ganze Wolke von ihnen zählt der Hebräer-Brief auf: von Abel über Noah, Abraham und Sara bis zu Josef, von Mose über Rahab bis zu den Richtern Gideon und Simson, König David und den Propheten. Sie alle bezeugen mit ihrer Lebensgeschichte, wozu der Glaube Menschen befähigt. Es lag nicht etwa auf der Hand, was sie taten, es war nicht leicht oder im Trend oder leuchtete auch andern ein. Sondern an ihnen und durch sie wirkte Gott selbst. Er erfüllt sie mit Vertrauen und Hoffnung und stärkte sie, an der Liebe festzuhalten. Es lohnt sich, in der Bibel ihre Geschichten zu lesen – auch und gerade in unserer Zeit. Denn sie sind Mutmacher:innen und Vorbilder bis heute. Sie stehen am Straßenrand, während wir unseren Marathon laufen; sie winken uns zu, rufen „Ihr schafft das!“, geben uns Rückenwind und Kraft, dass wir laufen können wie auf Wolken – auf Wolken aus Zeug:innen des Glaubens…

Und dann ist da der eine, große Zeuge: Jesus Christus. Der Anfänger und Vollender des Glaubens. Er steht nicht winkend und rufend am Straßenrand. Er läuft uns voraus und hinterher. Er läuft an unserer Seite, vergießt selbst unseren Schweiß, leidet unsere Kurzatmigkeit. Er teilt die Zweifel, die bohrenden Fragen nach dem Sinn, das Gefühl, es nicht zu schaffen. Unter Tränen wirft er sich mit uns auf die Knie: “Ach. Vater, lass doch diesen Kelch vorüber gehen …“ Und vertraut sich und uns am absoluten Tiefpunkt der Liebe und Weisheit Gottes an: „… nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Noch in Seinen letzten Zügen, in der äußersten Gottverlassenheit hält Er an Seinem Gott fest und seufzt Ihm zu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er wagt Glauben bis zuletzt und nimmt uns mit hinein in diese feste Zuversicht dessen, was man hofft, in dieses Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Und Er wird zum Zeugen, dass das Leben siegt. Er ist die keimende Hoffnung und der sich aufrappelnde Mut in unserem Herzen, die Kraft in unsern Beinen und unser langer Atem, wenn die zu bewältigende Strecke endlos scheinen will. Er ist im Krokus, der am Wegesrand erblüht, und in unserer Freude, die das Blühen wahrnimmt. Er ist in unserm Herzen, das nicht aufhört zu schlagen für das Leben, und in dem Siegeslied, das sich trotzig den Weg aus unserm Mund bahnt. Er ist unsere Kraft und unser Ziel, das jeden Marathon lohnt...

Noch einmal der Marathon-Läufer:
„Das hilft mir beim Laufen:…Ich denke an die Freude, wie es sein wird, über die Ziellinie zu laufen. Beim Marathon in Münster ist es dann fast wie im Paradies: Man liegt auf dem Domplatz, schaut in den blauen Himmel und hört die Glocken. Das ist es doch wert, das will ich nicht verpassen.“ (A.a.O., 46)
Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Musik zur Meditation

(Was Gott tut, das ist wohlgetan von Max Reger)

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten
unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
(Alle:) Amen.

Lied: EG NB 596 Ich möchte Glauben haben

1. Ich möchte Glauben haben, der über Zweifel siegt, der Antwort weiß auf Fragen und Halt im Leben gibt.
2. Ich möchte Hoffnung haben für mich und meine Welt, die auch in dunklen Tagen die Zukunft offenhält.
3. Ich möchte Liebe haben, die mir die Freiheit gibt, zum andern ja zu sagen, die vorbehaltlos liebt.
4. Herr, du kannst alles geben: dass Glauben in mir reift, dass Hoffnung wächst zum Leben und Liebe mich ergreift.
(Text: Eberhard Borrmann 1977; Melodie: bei Melchior Vulpius 1609)

Fürbittengebet

Herr Jesus Christus,
Du bist nicht ausgewichen oder geflohen, als es eng wurde.
Du kommst zu uns und bleibst da ohne „Wenn“ und „Aber“.
Wir wollen Dir entgegengehen,
wir wollen mit Dir laufen
und hineinziehen in Deine Stadt.
Palmzweige und bunte Kleider haben wir nicht,
um sie vor Dir auszubreiten;
wir empfangen Dich mit unseren leeren Händen
und halten Dir unsere Bitten hin.
Wir rufen zu Dir:
Hosianna! Erbarme Dich unser!

Wir bitten Dich für unsere Kinder.
Wir halten Dir ihre Ängste und ihre Verzweiflung hin.
Wir halten Dir ihre Müdigkeit und ihren Durst nach Freiheit und Leben.
Wir bitten Dich für die Kinder,
die hungern, geschlagen und versklavt werden.
Wir halten Dir ihre Schmerzen und Qualen hin.
Jesus Christus,
Du bist selbst ein Kind geworden.
Wir rufen zu Dir:
Hosianna! Erbarme Dich unser!

Wir bitten Dich für die Menschen,
deren Entscheidungen über das Leben vieler bestimmen.
Wir halten Dir ihre Ratlosigkeit hin.
Wir halten Dir ihre Überforderung hin.
Wir bitten Dich für die Politiker:innen und Wissenschaftler:innen,
für die Ärzt:innen und Pfleger:innen,
für alle, die ihre Kräfte für andere hergeben.
Wir halten Dir ihren Dienst und ihre Hingabe hin.
Jesus Christus,
Du hast selbst gedient und Dein Leben hingegeben.
Wir rufen zu Dir:
Hosianna! Erbarme Dich unser!

Wir bitten Dich für die Menschen,
die um ihren Glauben ringen.
Wir halten Dir ihre Sehnsucht und ihre Liebe hin,
wir halten Dir ihre große Hoffnung und ihren kleinen Mut hin.
Wir bitten Dich für alle verzagten Herzen und erschöpften Seelen,
für alle müden Hände und wankenden Knie.
Wir halten Dir ihre Anfechtung und ihre Vertrauen hin.
Jesus Christus,
Du warst selbst angefochten und hast Dich Deinem Vater anvertraut.
Wir rufen zu Dir:
Hosianna! Erbarme Dich unser!

Wir bitten Dich für Dein Volk,
das Du geheiligt hast und das festhält an Dir.
Wir halten Dir seine Liebe und seine Hoffnung hin-
Wir halten Dir sein Loben und Klagen hin.
Wir halten Dir sein Hören und Handeln hin.
Wir bitten Dich für unsere jüdischen Geschwister,
die heute mit dem Passafest beginnen.
Wir bitten Dich für Deine weltweite Kirche,
für alle, die in diesen Tagen
Dein Leiden bedenken und Deine Nähe suchen.
Wir halten Dir ihren Glauben und ihren Unglauben hin.
Jesus Christus,
Du bist der Anfänger und Vollender des Glaubens.
Wir rufen zu Dir:
Hosianna! Erbarme Dich unser!
Amen.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lass leuchten Sein Angesicht über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf euch
und gebe euch Seinen Frieden.
Amen

Musik zum Nachklang

(Fughetta von J.C. Heinrich Rink)

Kollektenhinweis

In unseren Gottesdiensten sammeln wir regelmäßig Kollekten ein. Auch, wenn wir derzeit nicht zur gemeinsamen Feier zusammenkommen können, möchten wir Gelegenheit geben, zu teilen und wichtige kirchliche Aufgaben zu unterstützen.
Heute legen wir Ihnen die Kollekte für Internationale Studierende in Not ans Herz:
Die Evangelische Studierenden Gemeinde Paderborn (ESG) hilft Studierenden der Universität Paderborn, die in eine Notlage geraten sind. Gerade Studierende aus afrikanischen Ländern können bei finanziellen Schwierigkeiten nicht einfach die Hilfe ihrer Eltern bekommen, weil diese oft nicht über die finanziellen Mittel verfügen. Deshalb sind die Studierenden auf Hilfe von anderen angewiesen. Da kommen Studentinnen, die ein Kind erwarten oder geboren haben und die nun vor anderen Herausforderungen stehen als zuvor. Es kommen Studenten, die durch Krankheit oder ähnliches ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen können.  Sie alle erhalten eine Unterstützung, damit sie aus der Notlage herauskommen und ihr Studium abschließen können. Gerade in der aktuellen Corona Situation ist diese Hilfe dringend notwendig.  
Wenn Sie diese Arbeit unterstützen möchten, überweisen Sie den von Ihnen zu bestimmenden Geldbetrag bitte auf das Konto der
Ev. Kirchengemeinde Büren-Fürstenberg
IBAN DE34 4726 1603 0135 3000 00. Unter Verwendungszweck geben Sie bitte „28.03.2021 – Internationale Studierende in Not“ an, damit wir das Geld korrekt einsetzen bzw. weiterleiten können. Vielen Dank!

Einladung zum Zoom-Gottesdienst am Ostersonntag

Am Ostersonntag, den 04. April 2021 laden wir euch und Sie sehr herzlich ein
zu einem Zoom-Gottesdienst zum Thema „Augen auf und durch!“
Ab 09:45 Uhr wird ein virtueller Begegnungsraum eröffnet. Dort können wir einander begegnen und begrüßen.
Um 10:00 Uhr beginnt der Gottesdienst.
Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu einem virtuellen Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder Tee.
Während des Gottesdienstes können sich die Teilinehmer:innen an der Predigt und an den Fürbitten beteiligen, wenn sie mögen.
Zur Teilnahme ist es nötig, sich per E-Mail unter Claus-Juergen.Reihs@kk-ekvw.de anzumelden. Wer sich angemeldet hat, erhält einen Link zum Zoom-Gottesdienst, Hinweise zur Teilnahme und einen Liedzettel.
Das Vorbereitungsteam (Frau Aust, Prädikantin Herting, Presbyterin Rohde, Pfarrerin Reihs-Vetter und Pfarrer Reihs) freut sich auf euch und Sie!