Letzter Sonntag nach Epiphanias am 31.01.2021

Mitwirkende:
Angelina und Louis Aust,
Pfrn. E. Hansmann,
Katrin und Meinolf Herting,
Familie Pferdmenges/ Teufert,
Almuth Reihs-Vetter

Glockengeläut und Musik zum Eingang

(Choralvorspiel: Lobet den Herren, alle die ihn ehren - Satz: Johann-Georg Herzog (1822-1909))

Eröffnung uns Begrüßung

P: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
G: Amen.
P: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
G: Der Himmel und Erde gemacht hat.
P: Der Herr sei mit euch.
G: Und mit deinem Geist.

Herzlich willkommen zum digitalen Gottesdienst am letzten Sonntag nach dem Epiphanias-Fest aus Wewelsburg.
Vom Licht am Ende des Tunnels war in den letzten Wochen immer wieder mal die Rede, wenn es um den Start der Corona-Schutzimpfung ging. Inzwischen scheint es als würde dieses Licht eher kleiner als größer werden angesichts all der Schwierigkeiten, die in diesem Zusammenhang aufgetreten sind. Dabei sehnen wir uns danach, dass es endlich ein Ende finden möge mit den Einschränkungen und Sorgen, die die Pandemie mit sich bringt. Es ist so als würde eine dunkle Wolke über uns schweben, die die Sonne verdunkelt. Und man weiß nicht, wann und wie dies ein Ende findet.
Und dann hören wir das Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja, das uns in der kommenden Woche als Wochenspruch begleitet:
Über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes. 60, 2)
Das erinnert mich an die Hirten, denen der Engel auf den Felder von Bethlehem, umgeben von einem wunderbaren Strahlen, die frohe Botschaft bringt: „Euch ist heute der Heiland geboren.“ Christus bringt Licht in unsere Welt. Er selbst ist  das Licht, dass alle Dunkelheiten erhellt. Denn in ihm stellt sich Gott an unsere Seite und begleitet uns durch jedes finstere Tal. Und so strahlt auch über uns die Herrlichkeit Gottes und lässt uns immer wieder neu mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft blicken.

Eingangsgebet

„Es werde Licht.“, hast du gesagt, Gott, und die Finsternis vertrieben.
„Es werde Licht.“, sagst du immer wieder, wenn düstere Wolken über uns stehen und uns die Sicht nehmen.
Die Sicht auf den rettenden Weg, der uns aus der Dunkelheit herausführt,
auf die Weite unserer Möglichkeiten, die uns hinter dem Berg unserer Ängste erwartet,
auf den Menschen an unserer Seite, der uns an die Hand nimmt und Halt gibt.
Wir danken dir, Gott, für das Licht, mit dem du unser Leben hell machst.
Immer wieder neu. Amen.

Lied: Herr Christ, der einig Gotts Sohn … (EG 67)

1. Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seim Herzen entsprossen, gleichwie geschrieben steht, er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor andern Sternen klar;

2. Für uns ein Mensch geboren im letzten Teil der Zeit, dass wir nicht wärn verloren vor Gott in Ewigkeit, den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht:

3. Lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, dass wir am Glauben bleiben, dir dienen im Geist so, dass wir hier mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir.

4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu dir wende und kehr ab unsre Sinne, dass sie nicht irrn von dir.

(Text: Elisabeth Cruciger 1524 / Melodie: 15.Jh., geistlich Erfurt 1524)

Psalmgebet: Ps. 97, 1-12

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich
und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind.

Wolken und Dunkel sind um ihn her,
Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze.

Feuer geht vor ihm her
und verzehrt ringsum seine Feinde.

Seine Blitze erleuchten den Erdkreis,
das Erdreich sieht es und erschrickt.

Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN,
vor dem Herrscher der ganzen Erde.

Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit,
und alle Völker sehen seine Herrlichkeit.

Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen
und sich der Götzen rühmen.
Betet ihn an, alle Götter!

Zion hört es und ist froh,
und die Töchter Juda sind fröhlich,
weil du, HERR, recht regierest.

Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen,
du bist hoch erhöht über alle Götter.

Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge!
Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen;
aus der Hand der Frevler wird er sie erretten.

Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen
und Freude den aufrichtigen Herzen.

Ihr Gerechten, freut euch des HERRN
und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!

(Alle:) Amen

Lesung des Predigttextes: 2. Petr. 1, 16-19

Der Predigttext für den letzten Sonntag nach dem Epiphanias-Fest steht im 2.Brief des Petrus im 1. Kapitel:

Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Worte der Heiligen Schrift.

Predigt zu 2. Petr. 1, 16-19

Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

Liebe Gemeinde,
von Mythen und Verschwörungserzählungen war am vergangenen Montag in der Aktuellen Stunde des WDR die Rede. „Die Corona-Schutzimpfung führt zur Unfruchtbarkeit bei jungen Frauen. Die zweite Impfung führt zu mehr und stärkeren Nebenwirkungen als die erste, aber das sagt keiner.“, so ist zu hören. Stimmt das? Kann das sein? Glauben wir das?
Angesichts von Unsicherheit und Angst in dieser Pandemie und angesichts von so vielen Informationen und oft gegenteiligen Meinungen im Blick auf das, was das Corona-Virus bewirkt und wie es am besten bekämpft werden kann, ist es wirklich nicht einfach einzuschätzen und zu beurteilen, was richtig ist und was nicht.
Worte haben große Macht. Und wenn manche Aussagen und Gedankengebäude nachvollziehbar sind, dann kann man auch schon mal einem Lügenmärchen aufsitzen.
Wir Menschen leben von Worten und Geschichten. Sie helfen uns, uns in der Welt zurechtzufinden. Sie beeinflussen unser Denken und Handeln. Sie geben uns Werte und Normen an die Hand, die uns eine Orientierung im Leben geben.
Erinnern Sie sich an Worte, Geschichten und Märchen, die Sie in ihrem Leben geprägt oder beeinflusst haben?
Ich erinnere mich gut daran, dass mein Vater das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten liebte und uns Kindern oft erzählt hat. Wie Esel, Hund, Katze und Hahn es mit ihrem Geschrei und ihren ganz persönlichen Eigenheiten und Stärken geschafft haben, eine Räuberbande aus ihrem Haus zu vertreiben und nun diese vier selbst dort Unterkunft und eine neue Lebensperspektive finden. Diese Vier, die zuvor von ihren Herren als zu alt und untauglich ausgemustert wurden. Eine Mut machende Geschichte über Gemeinschaft und darüber trotz einer ausweglosen Situation nicht aufzugeben.
Wir wissen, dies ist eine erfundene Geschichte, ein Märchen, eine Fabel, aber eine, die nach vorne blicken lässt, die Hoffnung schenkt und neue Kraft gibt für den nächsten Schritt.
Liebe Gemeinde,
da sind also auf den einen Seite Verschwörungsmythen, die einen in den Bann ziehen können, aber meistens in eine negative Sichtweise und Haltung gegenüber anderen Menschen oder Gruppen hineinführen. Verschwörungstheorien, die Angst machen und machen wollen, wo es um ein Gegeneinander und nicht ein Miteinander geht. Und auf der anderen Seite Märchen und Fabeln, die ganz klar nicht der Wirklichkeit entsprechen, eben nicht real sind. Aber  sie  tun uns gut, helfen uns ein selbstbestimmtes Leben zu führen, aber in der Verantwortung  gegenüber und im Miteinander mit anderen Menschen.
Und nun ist in unserem Predigttext von Erzählungen von der Macht und dem Kommen Jesu die Rede. Passt das in unsere Realität oder sind es Fabeln und Mythen? Glauben wir denen, die uns davon erzählen, dass es wahr ist, was sie berichten?
Anscheinend hatten die Erzähler damals in ihrer Zeit Schwierigkeiten, ihre Mitmenschen vom Wahrheitsgehalt ihrer Worte zu überzeugen. Unter den ersten Christen erwartete man die Wiederkunft Christi noch zu den eigenen Lebzeiten. Als das nicht eintrat, fingen manche an zu zweifeln, andere richteten sich nach eigenem Gutdünken in ihrem Leben ein. Die Frage stand im Raum: Kann man sich auf die Worte der Prediger verlassen? Vielmehr: Kann man sich auf Gottes Wort verlassen? Kann man auf diese Worte im Leben vertrauen und bauen?
Dass es sich nicht um Fabeln und Mythen handelt bei dem, was sie erzählen, machen die Schreiber unseres Texte damit deutlich, dass sie selbst gehört und gesehen haben, wie Gott Jesus als seinen Sohn bestätigt hat. Was sie erlebt haben, ist Realität. Und deshalb können die Menschen, denen sie schreiben, sich darauf verlassen, dass ihre Botschaft wahr ist. Ihre Worte sind genauso verlässlich, wie die Worte der alten Propheten, die die Grundlage für ihre Botschaft sind. Daher gilt es auf diese Worte zu hören, weil sie ein Licht in der Dunkelheit sind und Orientierung bieten wie ein Stern.
Das ist auch die Botschaft für uns heute: Hört die Worte der Bibel.
Die Worte Gottes, die er zu Abraham, Isaak und Jakob gesprochen hat, zu seinen Boten, die seine Worte an die Menschen weiter gegeben haben.
Hört auf die Worte Jesu, der in vielen Geschichten von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes geredet hat. Hört auf die Worte seiner Jüngerinnen und Jünger, Apostelinnen und Apostel. Alle diese Worte bringen Licht in die Dunkelheit, bieten Orientierung in heraus-fordernden und schweren Zeiten, sind ein Leuchtfeuer, das dem Leben Richtung gibt.
Liebe Gemeinde,
ich habe eben von dem Märchen berichtet, das mir in der Kindheit und danach eine wichtige Botschaft vermittelt hat. Im Laufe der Zeit sind mir aber vor allem viele Geschichten und Worte der Bibel wichtig und wertvoll geworden. Die Geschichte von Elia im Alten Testament, wie er sich niederlegt, weil er völlig erschöpft ist. Und dann schickt Gott ihm einen Engel mit Stärkung und er kann seinen Weg weiter gehen. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das die Barmherzigkeit und Güte Gottes so deutlich macht. Die Worte des Paulus, der davon spricht, dass in und vor Christus alle Menschen gleich sind, egal welches Geschlecht, welche Herkunft, welchen Stand sie haben.
Bestimmt fallen auch Ihnen Worte und Geschichten ein, die Sie geprägt, ermutigt, gestärkt haben. Durch die Sie erlebt haben, dass wir es bei Gottes Worten nicht mit Fabeln, Mythen oder gar Verschwörungstheorien zu tun haben. Denn sie bieten Hoffnung in dunklen Zeiten, sie bieten Orientierung auf allen Lebenswegen, sie bieten Weisungen für einen guten Umgang mit anderen Menschen. Wer ihnen folgt, sich auf sie verlässt, der wird die Erfahrung machen, die den Worten dieses Kanons Ausdruck gefunden hat: „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.“ Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Musik zur Meditation

(Romance Komposition: Edward MacDowell (1860-1908))

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten
unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied: Licht, das in die Welt gekommen (EG 552; Melodie EG 445)

1. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht; zieh in deinem Wunderschein bald die ganze Welt hinein.

2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewalt’gen Lauf, dass noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ.

3. Geh, du Bräut’gam aus der Kammer, laufen deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord!

(Text: Rudolf Stier 1827 / Melodie: EG 445; Heinrich Albert 1642)

Fürbittengebet

Gott, du erhellst unser Leben mit deinem Licht.
Dein Wort ist wie ein Stern, der uns in der Dunkelheit leuchtet.
So schenkst du uns Hoffnung und Zuversicht für unser Leben jeden Tag neu.
Dafür danken wir dir.

So bitten wir dich:
Um stärkende Worte für die Pflegekräfte und Ärztinnen in den Krankenhäusern, so dass sie sich immer wieder mit neuer Kraft und Zuversicht der Pflege der ihnen anvertrauten Menschen widmen können.
Um hoffnungsvolle Worte für die Kranken und Sterbenden, dass sie sich mit ihren Ängsten und Schmerzen gehalten und geborgen fühlen können.
Um trostvolle Worte für die Menschen, die um ihre Angehörigen bangen oder sich von einem geliebten Menschen verabschieden müssen, damit sie die Hoffnung nicht verlieren.
Wir bitten: Gib Licht in unsere Dunkelheit!

Wir bitten dich um heilende Worte, wo Streit in Beziehungen sich ausweitet,
wo Hass und Zerstörung herrscht, wo Unvernunft und Ängste Verschwörungen auf den Plan rufen.
Um stärkende Worte, wo Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, wo Menschen durch die soziale Isolation in Depressionen verfallen, wo Menschen mit einer schweren Enttäuschung fertig werden müssen.
Wir bitten: Gib Licht in unsere Dunkelheit!

Wir bitten dich um segnende Worte für uns, dass wir durch sie Kraft bekommen, anderen gute Worte mit auf den Weg zu geben; damit Gemeinden den Mut bekommen, in dieser Krise mit viel Kreativität Trost und Hoffnung zu den Menschen zu bringen.
Wir bitten: Gib Licht in unsere Dunkelheit!

Lass deine Herrlichkeit leuchten über uns, lass dein lebendiges Wort Jesus Christus unter uns wirken und lass die Klarheit deines Geistes über uns scheinen.
Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit,
Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lass leuchten Sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
Amen

Musik zum Nachklang

(Postludium C-Dur Komposition: P. Theodor Grünberger (1756-1820))