Gottesdienst am Karfreitag 02.04.2021

Mitwirkende:
Katrin Herting (Lesungen, Gesang),
Meinolf Herting (Orgel, Gesang),
Pfrn. Almuth Reihs-Vetter (Liturgie und Predigt, Gesang)

Glockengeläut und Musik zum Eingang

(Da Jesus an dem Kreuze stand (J.S.Bach))

Eröffnungmund Begrüßung

P:     Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
G:    Amen.
P:     Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
G:     Der Himmel und Erde gemacht hat.
P:    Der Herr sei mit euch.
G:    Und mit deinem Geist.

Herzlich willkommen zum digitalen Gottesdienst am Karfreitag aus Büren.
Krankheit und Tod gehen um
Sie umgeben und greifen nach uns –
man möchte verzweifeln, weil kein Ende in Sicht ist.
Jedoch:
Damit diese Welt nicht dem Tode verfallen ist,
damit wir Hoffnung haben inmitten aller Vergänglichkeit,
hat Gott Seinen Sohn auf die Erde gesandt.
Er hat Ihn in die Hände der Menschen gegeben
und ihnen ausgeliefert,
sie haben Ihn zu Tode gebracht und vor aller Augen hingerichtet.
Die aber, die geblieben sind und
mit den Augen des Glaubens gesehen haben,
die sich an Ihn halten,
die haben erkannt:
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh. 3, 16)
Amen

Lesung des Evangeliums
So schreibt der Evangelist Johannes im 19. Kap.:
Pilatus überantwortete ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.
(Joh. 19, 16-30)

STILLE

Gebet

Gott, Geheimnis der Welt,
dies ist der dunkelste Tag der Geschichte, den wir kennen.
Wir Menschen haben Den getötet,
Der für uns Mensch geworden ist.

Jesus Christus, Liebe im Leiden,
dies ist der dunkelste Tag Deiner Geschichte mit uns.
Du bist es, Der umgekommen ist,
Du bist den Weg des Todes gegangen
Ohne ein Urteil über uns.

Heilige Geistkraft, wahrhaftiges Licht,
dies ist der dunkelste Tag unserer Geschichte mit Gott.
An ihm kommt unser Verstehen ans Ende,
vor diesem Dunkel verharren wir.

Heiliger Gott,
an diesem Tag wird unser Glaube geboren
und heute erlöst Du die Welt.
Lass uns Dich sehen, Lebendiger!
Amen

Lied: EG 85, 1-4.9 (Oh Haupt voll Blut und Wunden)

1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!
2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht’?
3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft.
4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Arme(r), die (der) Zorn verdienet hat. Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.
9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.
(Text: Paul Gerhardt 1656 nach »Salve caput cruentatum« des Arnulf von Löwen vor 1250; Melodie: Hans Leo Hassler 1601; geistlich Brieg nach 1601, Görlitz 1613)

Psalm 22 nach Huub Oosterhuis mit EG 381, 1 – 1. Zeile

♫ Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? ♫

Zu Dir schreie ich am Tag
und des Nachts, und werde nicht gestillt.

Heiliger, hoch Thronender, ruhmreicher,
Du gibst nicht nach.

Mein Vater, meine Vorväter, Geschlechter lang,
sie sagten: „Ihm kannst du vertrauen,
Er ließ uns entkommen, Der tut, was Er sagt“ –
die waren Deiner schamlos sicher.

Doch ich bin ein Wurm in der Erde –
Mit ihren ledernen Stiefeln
zertrampeln sie mich und lachen sich tot:
Er hat doch einen Gott!

Ich wurde geboren
und in Deine Hände gelegt.
Du bist „mein Gott“ vom Mutterschoß an.
Weißt Du es noch? Ja, Du weißt.

Stiere nehmen mich auf ihre Hörner,
ich bin vor die Löwen geworfen,
mein Herz hat nichts mehr zu hoffen,
meine Kehle ist in Scherben,
meine Zunge an den Gaumen geklebt.

♫ Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? ♫

Gib mich zurück an meine Brüder,
an die Söhne Jakobs.

Gott von Jakob, von Dir wird gesagt,
dass Du die Erniedrigten siehst – was sagst Du?
„Gestillt wird werden der Hunger der Armen“?
Daran halte ich mich.

„Wer im Staube liegt, wird Ihn anschauen“ –
Ich kann sie nicht denken, diese Worte,
doch halte sie fest.

„Ihre Kinder werden Kraft empfangen
ein Leben, Geschlechter lang“:
Himmlische Zukunft, neue Erde,
Jahrhunderte auf Jahrhunderte.
 
Jedoch:

♫ Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? ♫

Ja, warum
hast Du mich verlassen,
als die Erde krachte und bebte,
die Felsen zerbarsten,

als ich nach Dir schrie,
warum hast Du mich nicht getröstet?

Als ich da hing
und so hing
an meine Pulsadern,

lebend gehäutet.

Ach Herr, sei doch nicht ferne;
Meine Stärke, eile, mir zu helfen!
(alle:) Amen

Lesung des Predigttextes: . Jes. 53, 2b – 12

Lesung aus dem Ersten Testament, aus dem Buch des Propheten Jesaja im 53. Kapitel:

Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wen aber kümmert sein Geschick? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat seines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und lange leben, und des HERRN Plan wird durch ihn gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben dafür, dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

Worte der Heiligen Schrift.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede, von Gott, unserem Vater, und unserm Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen
Gott, hast Du uns verlassen?
Da wird einer fertig gemacht, zum Sündenbock abgestempelt, klein gehalten, bespuckt. Der Allerverachtetste und Unwerteste. - Schaut ihn euch an: Was muss der nur verbrochen haben, dass es dem so geht? Der ist bestimmt selber Schuld. - Oh, ich hab ihm nichts getan, die anderen waren‘s. Ich wasche meine Hände in Unschuld! Und sag lieber nichts dazu. Womöglich gerate ich noch in den gleichen Schlamassel...

Gott, hast Du uns verlassen?
Wie den Gottesknecht. Sind die Frauen und Männer auf den Straßen von Myanmar Deine Gottesknechte? Bekämpft, geprügelt, getötet vom Militär. Weil sie eintreten für Freiheit und Gerechtigkeit. - Ist George Floyd aus Minneapolis Dein Gottesknecht? Wo bleibt Deine Strafe für die Täter, Gott? - Oder die Flüchtlinge in Moria und Kutupalong, die eingesperrt werden, gezwungen zu leben wie Tiere. Die Flüchtlinge auf dem Meer, die in Pushbacks abgedrängt und ausgesetzt werden, damit sie kein Asyl beantragen können. - Oder der 13jährige - über WhatsApp so gemobbt, dass er Angst hat vor dem Präsenzunterricht und sich nicht mehr in die Schule traut – nicht wegen Corona, sondern wegen der Mitschüler:innen…
Alles Gottesknechte? Schaut sie euch an: Was müssen sie nur verbrochen haben, dass es ihnen so ergeht? Die sind bestimmt selber Schuld.

Gott, hast Du uns verlassen?
Warum müssen wir über andere schlecht reden? Warum interessiert es uns so wenig, wie es denen geht, denen es offensichtlich schlecht geht? Vielleicht sogar direkt nebenan… Und wir glauben, uns könnte das nicht treffen?

Da verdient einer sein Geld unsauber. Aber einen anderen Platz hat er nicht gefunden. Es geht ihm nicht gut dabei. Die Blicke der anderen tun ihm weh. Aber das wird er nicht zeigen. Sonst werden sie seine Schwäche erkennen. Aus dieser Nummer kommt er nicht mehr heraus.

Da hat eine andere einen fragwürdigen Lebenswandel. So jedenfalls bezeichnen es die, die anders leben. Sie selber will das eigentlich nicht. Ihre Träume sind ganz andere. Aber ihre Träume werden zertreten. Weil so eine wie sie nicht träumt. Andere träumen von ihr. Das findet kaum einer schlimm. Aber dass sie sich einlässt auf die Träume, das ist unmoralisch. Moral hat mindestens zwei Gesichter. Und an welches soll sie sich halten?

Zwei Geschichten - bekannt aus der Bibel: der Zöllner, die Sünderin. Gescheiterte Existenzen. Menschen wie wir. Ein anderes Leiden als die Opfer der brutalen Übergriffe in Myanmar, Minneapolis oder Griechenland. Nicht vergleichbar. Und doch Leiden - immer wieder - auch heute. Und es gibt keine Zwei-Klassen-Leiden…

Gott, hast Du uns verlassen?
Da gibt es noch einen dritten - der Grund, warum wir hier sind: Jesus, ja, Du.Du predigst von Sanftmut und Barmherzigkeit, hältst die rechte Wange hin, nachdem Dir auf die linke geschlagen wurde. Du stellst Dich vor andere Opfer, vor die Ehebrecherin zum Beispiel. Und Du machst Dich unbeliebt, weil Du Regeln in Frage stellst, die nicht für Menschen gemacht sind. - Du liebst, dass es weh tut. Verraten, verkauft, verloren. Deine Freunde haben sich verkrümelt. Die Menge schreit und will ein Opfer, will einen, auf den sie alles abladen kann. Dich. Sie lacht über Deine Schmerzen. Schaut zu, wenn Du gequält wirst, achselzuckend oder geifernd.

Gott, hast Du uns verlassen?
Hast Du sogar Jesus verlassen, Deinen Sohn? Da steht, sitzt, hängt Einer. Und andere schütteln den Kopf, wenden sich ab, gehen vorüber. Es ist einsam auf Golgatha. Da sind nur die, die da sein müssen. Und die, die lieben, dass es weh tut.

Leiden hat keine Lobby. Liebe darf nicht wehtun. Denn Leiden und Schmerz passen nicht in die perfekte Welt, in der wir so gerne leben möchten. Karfreitag soll sich verkrümeln. Es reicht, dass ich das täglich in den Nachrichten sehe und höre. Mein Aufschrei im Internet und das beleuchtete Brandenburger Tor - das muss genügen. Nicht mehr bitte - denn sonst müsste ich genauer hinsehen,  wo ich da eigentlich stehe. Ich müsste stehen bleiben. Den Schmerz aushalten und mitfühlen.

Der Gottesknecht.  Die myanmarische Demokratin, der farbige US-Bürger, der syrische Flüchtling, der gemobbte Junge. Der Zöllner, die Frau. Jesus. Derselbe rote Faden zieht sich durch alle Geschichten. Menschen leiden. Unschuldig oder mitschuldig. Heroisch oder schmuddelig. Sympathisch oder unsympathisch. Wer will das unterscheiden? Jesus: unschuldiges, heroisches, sympathisches Leiden. Für uns.
Für die Damaligen: Ein mitschuldiger, schmuddeliger und unsympathischer Tod. Kein Grund stehen zu bleiben.

Gott bleibt stehen. Beim Kreuz. Bei den Leichen auf der Straße. Bei den abgebrannten Zelten im zerstörten Flüchtlingslager. Und dem traurigen Jungen.
Nein, Gott, Du hast uns nicht verlassen! Du hältst Dich nicht heraus aus dem Leid und dem Unrecht in unserer Welt. Du bleibst nicht im Himmel. Du bist selber am Kreuz. Du liebst. Bist der Gottesknecht, Der selber schuld ist. Nah am Abgrund und nah an meinen Abgründen.

Nein, Gott, Du hast uns nicht verlassen!
Du nimmst in Christus die Abgründe auf Dich. Du gehst tief hinein. Ganz tief. Christus wird hingerichtet wie ein Mörder, zwischen zwei Mördern am Kreuz links und rechts. Dort, wo die Täter sind. Die mit ihren Abgründen. Die, die selber schuld sind.
Ja, da bist Du, Gott, in den Abgründen - auch bei mir. Wo ich mitlaufe oder anführe, wo ich schweige oder zu Gerüchten beitrage, wo ich wegschaue und geschehen lasse, wo ich mitbeteiligt bin, ob ich will oder nicht. Und wo ich denke, dass der oder die doch selber schuld ist. Auch da bist Du, Gott!
Und bei Dir kann ich es lassen - und neuanfangen.

Das Kreuz zeigt die Welt, wie sie ist. Täter und Opfer. Und ich sehe im Kreuz nicht nur, wie die Welt ist, sondern, wie sie sein kann. Voller Liebe und Vergebung. Lieben, dass es weh tut. Und heilt.

Nein, Gott, Du hast uns nicht verlassen!
Du bist hier, mitten drin. In alles Leid der Welt gefallen. So tief, wie keiner. Und weil Du tiefer bist als alles Leid, kannst Du alles Leid auffangen. Bei Dir wird keiner fertig gemacht. Du liebst, dass es weh tut. Und heilst. Auch mich.

Fürwahr, Du trugst unsre Krankheit
und ludst auf Dich unsre Schmerzen.
Wir aber hielten Dich für den, der geplagt
und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber Du bist um unsrer Missetat willen verwundet
und um unsrer Sünde willen zerschlagen.
Durch Deine Wunden sind wir geheilt.
Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Musik zur Meditation

Oh Mensch, bewein dein Sünde groß (J.S.Bach)

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten
unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied: Fürwahr, Er trug unsre Kranklheit ( HuT 40)

1. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, fürwahr, er trug unsre Schmerzen. Geschlagen für unsre Sünden, misshandelt für unsre Schuld. Verleugnet, verspottet, mit Dornen gekrönt, ein Lamm auf der Schlachtbank: der liebende Gott, der liebende Gott.
2. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, fürwahr, er trug unsre Schmerzen. Geschlagen, doch ohne Sünde, misshandelt, doch ohne Schuld. Verraten, verlassen, verurteilt, durchbohrt, ein Lamm auf der Schlachtbank, gekreuzigter Gott, gekreuzigter Gott.
3. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, fürwahr, er trug unsre Schmerzen. Genesen durch seine Wunden sind wir unversehrt und heil. Er steht auf zur Seite der Armen, der Kleinen, vertraut mit der Ohnmacht, der liebende Gott, der liebende Gott.
(Text: Eugen Eckert 1986; Melodie aus Chile. Satz: Reimund Hess 2008)

Fürbittengebet mit FT 151: Christus, Antlitz Gottes

Ewiger Gott,
im Geheimnis des Karfreitags
ahnen wir nur wenig vom Licht der Geburt
und vom Glanz des Ostermorgens.
Wir ahnen in diesem Geschehen
den Grund und die Weite aller Liebe.
Lass uns diese Liebe weitergeben an alle,
die in Unglück, Einsamkeit, Trauer und Unfrieden
ihre Tage und Nächte verbringen.

♫ Christus, Antlitz Gottes, Der Du siehst, was uns beschämt.
Christus, Weisheit Gottes, Der umfasst, was uns zerreißt,
erbarm dich unser.
Christus, Heiland Gottes, Der Du löst, was uns bedrängt,
gib uns Deinen Frieden, gib uns Deinen Frieden.♫

Wir bitten Dich für die Verwandten der Verstorbenen,
für die Schwerkranken, die um ihr Leben ringen,
für die, die ihnen dabei helfen.
Schenk Licht und Hoffnung.
Tröste sie,
richte sie auf in ihren Fragen,
gib ihnen Kraft zum Leben.

♫ Christus, Antlitz Gottes, Der Du siehst, was uns beschämt.
Christus, Weisheit Gottes, Der umfasst, was uns zerreißt,
erbarm dich unser.
Christus, Heiland Gottes, Der Du löst, was uns bedrängt,
gib uns Deinen Frieden, gib uns Deinen Frieden.♫

Wir bitten Dich für die Menschen weltweit,
die in Unfrieden leben.
Die für Menschenrechte kämpfen
und ihr Leben dafür einsetzen.
Die auf der Flucht sind,
unfrei und gepeinigt.
Schenke ihnen Frieden in Gerechtigkeit,
schaffe und erhalte Freiheit,
stärke an allen Orten die Botschaft
von Deiner Liebe.

♫ Christus, Antlitz Gottes, Der Du siehst, was uns beschämt.
Christus, Weisheit Gottes, Der umfasst, was uns zerreißt,
erbarm dich unser.
Christus, Heiland Gottes, Der Du löst, was uns bedrängt,
gib uns Deinen Frieden, gib uns Deinen Frieden.♫

Besonders bitten wir Dich
für den Frieden in Israel und in Palästina.
Um Frieden zwischen den Religionen und Konfessionen weltweit.
Für uns alle bitten wir um einen neuen, gewissen Geist.
Um eine tragfähige, helfende Gemeinschaft.
Um Dankbarkeit und innere Ausrichtung.

♫ Christus, Antlitz Gottes, Der Du siehst, was uns beschämt.
Christus, Weisheit Gottes, Der umfasst, was uns zerreißt,
erbarm dich unser.
Christus, Heiland Gottes, Der Du löst, was uns bedrängt,
gib uns Deinen Frieden, gib uns Deinen Frieden.♫

Vaterunser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit,
Amen.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lass leuchten Sein Angesicht über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf euch
und gebe euch Seinen Frieden.
Amen

Musik zum Nachklang

Oh Haupt voll Blut und Wunden (J. Rheinberger)

Kollektenhinweis

In unseren Gottesdiensten sammeln wir regelmäßig Kollekten ein. Auch, wenn wir derzeit nicht zur gemeinsamen Feier zusammenkommen können, möchten wir Gelegenheit geben, zu teilen und wichtige kirchliche Aufgaben zu unterstützen.
Heute legen wir Ihnen die Kollekte für die Arbeit mit Ausländern und Flüchtlingen in Westfalen ans Herz:
Asylverfahrensberatung der Diakonie etwa in Möhnesee, dass Geflüchtete bestehende Rechte wahrnehmen können. Aus Europa und aus Drittstaaten kommen Menschen als Arbeitsmigrantinnen und -migranten neu nach Westfalen, die eine Unterstützung beim Ankommen und Fußfassen benötigen. Kirchliche ehrenamtliche Initiativen und Beratungsstellen der Diakonie sind Wegweiser, helfen in der Not, beim Kirchenasyl, unterstützen Familienzusammenführungen und fördern das Zusammenleben in unseren Kommunen. Mit der Kollekte soll die vielfältige ehren- und hauptamtliche Beratungs- und Projektarbeit dort unterstützt werden, wo die Hilfe den Menschen möglichst direkt und unmittelbar zugutekommt.
Wenn Sie diese Arbeit unterstützen möchten, überweisen Sie den von Ihnen zu bestimmenden Geldbetrag bitte auf das Konto der
Ev. Kirchengemeinde Büren-Fürstenberg
IBAN DE34 4726 1603 0135 3000. Unter Verwendungszweck geben Sie bitte „02.04.2021 – Arbeit mit Ausländern und Flüchtlingen“ an, damit wir das Geld korrekt einsetzen bzw. weiterleiten können. Vielen Dank!

Einladung zum Zoom-Gottesdienst am Ostersonntag

Am Ostersonntag, den 04. April 2021 laden wir euch und Sie sehr herzlich ein
zu einem Zoom-Gottesdienst zum Thema „Augen auf und durch!“
Ab 09:45 Uhr wird ein virtueller Begegnungsraum eröffnet. Dort können wir einander begegnen und begrüßen.
Um 10:00 Uhr beginnt der Gottesdienst.
Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu einem virtuellen Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder Tee.
Während des Gottesdienstes können sich die Teilnehmer:innen an der Predigt und an den Fürbitten beteiligen, wenn sie mögen.
Zur Teilnahme ist es nötig, sich per E-Mail unter Claus-Juergen.Reihs@kk-ekvw.de anzumelden. Wer sich angemeldet hat, erhält einen Link zum Zoom-Gottesdienst, Hinweise zur Teilnahme und einen Liedzettel.
Das Vorbereitungsteam (Frau Aust, Prädikantin Herting, Presbyterin Rohde, Pfarrerin Reihs-Vetter und Pfarrer Reihs) freut sich auf euch und Sie…