Kantate am 02.05.2021

Mitwirkende:
Monika Falk-Huber (Lektorin),
Katrin Herting (Flöte/ Gesang),
Meinolf Herting (Orgel),
Pfrn. Bettina Wittke (Liturgin, Predigerin)

Glockengeläut und Musik zum Eingang

(Christlieb Siegmund Binder, (1723-1789))

Eröffnung und Begrüßung

P:     Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
G:    Amen.
P:     Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
G:     Der Himmel und Erde gemacht hat.
P:    Der Herr sei mit euch.
G:    Und mit deinem Geist.

Begrüßung mit Wochenspruch
Herzlich willkommen zum digitalen Lese-Gottesdienst aus der Erlöserkirche in Büren!
Heute ist der Sonntag Kantate, das bedeutet:
Singt! So beginnt Psalm 98, der diesem Tag zugeordnet ist:  
Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
In anderen Zeiten war Kantate DER Sonntag der Chöre. Das bot sich jahrhundertelang an… bis… ja bis die Zeiten sich änderten, und wir mit ihnen. Wer wünschte sich nicht, es wäre heute alles anders?
Ist Ihnen nach Singen zumute? Sie sind vielleicht alleine in Ihrem Zuhause, lesen oder hören diesen Gottesdienst aus dem Internet oder vom Papier.
Das kann sich sehr einsam anfühlen.
Wir feiern Gottesdienst, damit wir ein Wort „von woanders“ erhalten, ein gesegnetes Wort. Wir schöpfen Kraft aus Gottes Wort und aus der Musik. Musik ist eine Gottesgabe, wie Martin Luther sagte.
Wir sind dankbar für die Musik, denn sie kann uns auf andere Gedanken bringen.
Musikmachen und Singen mit anderen ist natürlich toll, aber Musik wirkt auch alleine.
Gott sei Dank!

Eingangsgebet
Herr Jesus Christus,
Sollt ich dir nicht singen?
Sollt ich dir nicht dankbar sein?
Ich seh dich in allen Dingen,
und wie gut du es mit mir meinst.
Alles Ding währt seine Zeit.
Deine Liebe, Herr Jesus Christus, bleibt in Ewigkeit.
Amen.

Lied: EG 302,1-3 Du meine Seele singe

1. Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön /
Dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn. /
Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd; /
Ich will ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.
2. Wohl dem, der einzig schauet / nach Jakobs Gott und Heil! /
Wer dem sich anvertrauet, / der hat das beste Teil, /
Das höchste Gut erlesen, / den schönsten Schatz geliebt; /
Sein Herz und ganzes Wesen / bleibt ewig unbetrübt.
3. Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht; /
Das weisen die Geschäfte, / die seine Hand gemacht: /
Der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer, /
Der Fisch unzähl'ge Herde / im großen wilden Meer.
(Text: Paul Gerhardt 1653, Melodie: Johann Georg Ebeling 1666)

Psalm 98 EG 742

Singet dem Herrn ein neues Lied,
denn er tut Wunder.
    Er schafft Heil mit seiner Rechten
    Und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr lässt sein Heil kund werden;
Vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
        Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.
Jauchzet dem Herrn alle Welt,
singet, rühmet und lobet!
    Lobet den Herrn mit Harfen,
    mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen
Jauchzet vor dem Herrn, dem König!
    Das Meer brause und was darinnen ist,
    der Erdkreis und alle, die darauf wohnen.
Die Ströme sollen frohlocken
Und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;
Denn er kommt, das Erdreich zu richten.
    Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
Und die Völker wie es recht ist.
Amen

Gloria patri

♫ Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar. Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, Amen, Amen, Amen, Amen, Amen, Amen ♫

Lesung

Der Predigttext für diesen Sonntag Kantate steht im Lukas-Evangelium:
Lukas 19, 37-40

Und als er [Jesus]schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!
Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Halleluja!
Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Psalm 98,1)
Halleluja!

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede, von Dem, Der da ist, Der da war, und Der da kommt. Amen.
Lieber lesender Mensch, lieber hörender Mensch!

Hat schon mal jemand zu dir gesagt: Du hast aber eine schöne Stimme?  Oder: Das ist aber ein toller Song, was hörst du da?
Und weißt du noch, wie Du sich über dieses Lob gewundert und gefreut hast?
Oder hat schon mal jemand zu dir gesagt: Hör auf zu singen! Ich kann das Gejaule nicht mehr hören! Und weißt du noch, wie sich das angefühlt hat?
Oder jemand hat sich über deine Musik beschwert: Mach das aus! Hör auf! Ich kann das nicht mehr ertragen!
Dass jemand die eigene Musik nicht mag, tut weh.
Ich bin traurig, wenn jemand genau das nicht mag, wo ich gerne mitsinge oder sogar drauf tanze. Es gibt Lieder, die ich in- und auswendig kenne.  Jeder hat solche.
Mach einen Moment die Augen zu: Was ist DEINE Musik? Dein Lied?
***
Vielleicht ändert sich dein Musikgeschmack auch über die Jahre. Hits kommen und gehen. Aber eine Grundmelodie ist geblieben, wie ein Generalbass oder ein anhaltender Ton, vielleicht ist es auch ein Gefühl, das da jemand mich begleitet und meine Lieder mit mir singt. Gott ist dieses Lied, der Grundton unseres Lebens, der Tonangeber, der Dirigent. Da ist einer, der alle meine Liedchen mit mir singen kann und der doch noch mehr als ich kennt und mir anbietet. Hör mal hin, Gott wie ein im Ohr bleibender Tinnitus, mal lauter hörbar, mal leiser spürbar, mal hilfreich, mal mich in Frage stellend.
***
Mögen oder mochten deine Eltern deine Musik?
Und magst du die Musik der jüngeren oder der älteren Generation? Deiner Nachbarn? Dieses einen bestimmten Radiosenders? Des Gesangbuches? Welchen Musikstil lehnst du ab?
Viele machen als Jugendliche die Erfahrung, dass andere ihre Musik nicht mögen.
 Die Musik der einen ist nie die der anderen. Das war wohl immer schon so… Musik dient der eigenen Identität, aber auch der Abgrenzung von anderen. Musik zeigt, wer man ist.
Und so war das auch schon zur Zeit Jesu.
So machen es die Jünger Jesu: Sie machen ihre eigene Musik, sie singen laut und vielleicht nicht sehr schön, und sie machen das auf der Straße. Da grölen und skandieren sie diese ganz bestimmten Texte, als Jesus in Jerusalem einzieht - es ist Palmsonntag - eine Provokation.
Ein Sprechchor, eine Demo auf der Straße:

Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!
Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!

Ein traditioneller Text, ein Text mit biblischen Zitaten, also jüdische Tradition.
Einige der Pharisäer heißt es - einige, nicht alle, wohlgemerkt!  - fühlen sich unbehaglich. Was die Jünger da von sich geben, ist ihnen anstößig.
Ich seh förmlich die gequälten Gesichtsausdrücke vor mir: Hört auf zu singen! Ich kann das nicht mehr ertragen!
Pharisäer waren jüdische Menschen, die es mit der Auslegung des Gesetz des Mose besonders streng nahmen. Das muss man wissen, damit man hier nicht in dieses alte antjjüdische Schema vom bösen Pharisäer und gutem Jesus verfällt. Die Pharisäer waren nachdenkliche Menschen und laut Predigttext sahen sie in Jesus durchaus einen vernünftigen Gesprächspartner, dessen Schüler nur ein wenig über die Stränge schlagen. Also suchen sie das Gespräch mit Jesus.
Sie nehmen Jesus beiseite: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! So nach dem Motto: Deine naseweisen Schüler hauen hier missverständliche und schräge Sprüche raus, aber du weißt es sicherlich besser und kannst deine Schüler zur Vernunft bringen. Pfeiff‘ sie zurück, damit der peinliche Gesang von dir als König endlich aufhört.
Aber Jesus denkt gar nicht daran, seine Anhänger wie unwissende Schulkinder zu maßregeln.
Seine Schüler bringen einen Grundton zum Klingen.
Und so lautet seine Antwort: Den Grundton Gottes werde ich nicht zum Schweigen bringen,

…wenn meine Anhänger schweigen, dann werden die Steine schreien.

Er lässt sich weiter als König feiern. Rock’n Roll!
Das ist nicht der Musikstil der Pharisäer. Und auch heute können sich nicht alle Menschen mit dem Gedanken anfreunden, dass Gott in Jesus etwas Entscheidendes von sich selbst zum Klingen gebracht hat, das seit 2000 Jahren um die Welt tönt. Kannst du es?
Wer ist Gott? Und wer war dieser Jesus?
Auf diese Frage gibt der Predigttext Antwort: Jesus ist König.
Manche meinen, er war nur ein harmloser Typ, ein Rockstar, der ein bisschen Friedenskönig spielen wollte, verehrt wie ein Guru im kleinen Kreise seiner Anhänger.
Andere denken, er könnte ein Unruhstifter und Rebell gewesen sein, ein politisch Unerschrockener, der tatkräftig einen Umsturz plante, um das Land von der Hand der Römer zu befreien. Letzteres jedenfalls glaubten die Römer, und so kam es als Aufschrift seiner „Schuld“ ans Kreuz. Man kann es oft auf Kreuzesdarstellungen lesen als lateinische Abkürzung : I.N.R.I. Iesus Nazarenos Rex Iudaios, Jesus von Nazareth, König der Juden.

…wenn meine Anhänger schweigen, dann werden die Steine schreien.

Dieses selbstbewusste Auftreten wurde Jesus zum Verhängnis. Man kann nicht einfach so in die von Römern besetzte Stadt Jerusalem einmarschieren und sich als König feiern lassen. Man kann nicht einfach so mit Gefolge und Lärm durch Jerusalem spazieren, ohne dass es Leute so verstehen müssen: Da gibt sich jemand als ein neuer Machthaber aus…
Das gefällt keinen Mächtigen, Mächtige wollen immer an der Macht bleiben. Und das Verhalten Jesu haben sich die römischen Machthaber bekanntlich nicht gefallen lassen.
Wer sich so als König feiern lässt, hat politisch das Maul zu weit aufgerissen. Der Rockstar kriegt die Quittung: Keine Woche später ist Jesus tot. Only the Good die Young.

…wenn meine Anhänger schweigen, dann werden die Steine schreien.

Man kann es auch als Drohung hören. Wenn Steine schreien, dann bleibt kein Stein auf dem anderen, dann fällt hier alles zusammen, dann fliegen hier Steine.
Vor einem solchen Umsturz kann man mit Recht Angst haben. Einige der Pharisäer erkennen die Gefahr und nehmen Jesus beiseite: Mach hier keinen Aufstand!
Bring uns nicht alle in Gefahr! Komm zur Vernunft!
Die dubiose Begleitmusik, die symbolische Wortwahl, die Zitate der Groopies, die grölenden Jünger…das hat nicht nur den politischen Führern, den Römern nicht behagt, sondern auch den tief religiösen Juden nicht. Eine bestimmte Richtung innerhalb des damaligen Judentums fühlte sich zurecht mehr als nur unbehaglich.
Denn es ist so: Wer für sich beansprucht, im Namen Gottes zu kommen… hat gelinde gesagt: Selbstbewusstsein. Oder er hat Recht.
So sind es wohlgemerkt EINIGE der Pharisäer, die Jesus zurechtweisen. Es sind also nicht ALLE Pharisäer und es sind wohlgemerkt auch nicht DIE JUDEN, immerhin ist Jesus auch ein frommer Jude, einer von ihnen. Und auch seine Groopies (die Jüngerinnen und Jünger) sind Juden. Die jüdische Gesellschaft damals ist bunt und vielfältig wie es die unsere auch ist. Aber für Römer ist ein Jude wie der andere, da wird nicht groß unterschieden, welche jüdische Minderheit gegen welche andere da anstreitet.
70 n.Chr. wurde der Tempel in Jerusalem zerstört, von den Römern. Kein Stein blieb da auf dem anderen. Leid und Unglück kam über Jerusalem, über das ganze Volk Israel. Da schrien nicht nur Steine.

…wenn meine Anhänger schweigen, dann werden die Steine schreien.

Was fangen wir also heute an mit dem religiöser Rockstar Jesus, der frommer Jude war und sich als König feiern lies? Entweder er war nur ein Spinner – oder er hatte Recht…
Du hörst oder liest diese Predigt, feierst Gottesdienst, hast in deinem Leben offenbar etwas mit Kirche und mit Gott und mit diesem König Jesus am Hut, oder du bist nur zufällig hier hingeraten.
Wie auch immer, die Geschichte von Jesus ist bis zu dir heute gedrungen, und man kann sich schon darüber wundern, dass sie in unseren Köpfen und Herzen immer noch eine große Rolle spielen kann und bei vielen Menschen den Grundton Gottes zum Klingen bringt.
Die Geschichten von Jesus wurden weiterposaunt, durch 2000 Jahre weitergetragen, mit allem, was anstößig war und ist und merkwürdig bleibt. Unzählige Liederwurden gedichtet, um von Jesus Christus zu singen, mit Herz und Mund. Unzählige Musiken wurden komponiert zum Lob dieses Gottes.
Unzählige Steine wurden bewegt, um von diesem Gott zu verkündigen, Kirchen wurden erbaut, versteinerte Herzen weich. Steine, die von Gott verkünden können. Jede Kirche hat ihre eigene architektonische Predigt.
Es gibt auch Steine, die entsetzlich schreien. Erschütternd, wo Gebäude im Bombenhagel zerstört werden und nur noch Ruinen vom Leid der Menschen berichten, von Schreien, vom Sterben. Steine, die reden, die Toten können es selbst nicht mehr.
Erschütternd die Gräberfelder, Reihe um Reihe, die Opfer politischer Machthaber wurden, immer wieder durch alle Jahrhunderte, und steinerne Gedenktafeln, die die Namen der Opfer stumm herausschreien. Auch im Namen von Religion, des Christentums so vieles, was zum Himmel schreit.
***
Aber ist es nicht so: Wer für sich beansprucht, im Namen Gottes oder auch nur der Wahrheit“ zu kommen… hat gelinde gesagt: Selbstbewusstsein. Oder er hat Recht. Und wie findet man heraus, was vernünftig ist?
Wem trauen wir? Wem geben wir Recht? Ist es so: Wer am lautesten schreit, hat recht? Wo sind die Vernünftigen?
In Pandemiezeiten ist eine Demo kein geeigneter Ort, um Werbung zu machen für das vernünftige Abstandhalten. In Pandemiezeiten ist ein vollbesetzter Klassenraum kein guter Ort, um mathematisch begründet zu erklären, was Kontaktbeschränkung mit den Fallzahlen der Neuerkrankungen ausmachen.  
Wo sind die Vernünftigen? Sie sitzen alleine zuhause und treffen keinen und huschen nur zum Einkaufen verhüllt aus dem Haus. Keiner sieht sie - unsichtbare Engel.
So widersinnig es klingt: In deinem Alleinesein zeigt sich heute die Kraft der Gemeinschaft. Du zeigst Liebe, Stärke, Mut und Treue: Halte weiter durch, halte dieses Leben aus, um der Gemeinschaft Willen, um der Nächsten willen, um den Grundton Gottes auf besondere Weise zum Klingen zu bringen.  
Kannst du das hören? Kommt so das Lied Gottes zum Klingen? Es ist im Moment vernünftig, keinen Gottesdienst in der Erlöserkirche gemeinsam zu feiern. Es ist vernünftig und dient allen. Brich die Welle, sei keine neue Deutsche Welle, eine dritte oder vierte…
Mach einen Moment die Augen zu: Was ist DEINE Musik? Dein Lied?
***
Wo singst du gerne mit? Was ist dein ewiges Liedchen in dieser Pandemie? Dass du Maske tragen musst und fast darunter erstickst? Oder erstickt der Mensch am Beatmungsgerät?
Was ist dein ewiges Liedchen in dieser Pandemie? Dass du einsam bist und sich niemand um dich kümmert? Dann kümmere du dich! Nebenan wohnt auch ein einsamer Mensch.
Was ist dein ewiges Liedchen in dieser Pandemie? Dass du keine Hoffnung hast und kein Ende der Pandemie abzusehen ist?  Dann lies in den Psalmen, lies von den biblischen Menschen, die an ihrem Gott festhielten.
Wenn du selbst nicht hoffen kannst, sage dir: Andere hoffen für mich mit. Wenn du selbst nicht glauben kannst, sage dir: Andere glauben für dich mit.
Wenn du das Lied Gottes in dir nicht hören kannst – singe. Der Grundton ist da. Gott hält an dir fest. Immer. Denn sonst werden die Steine schreien.
Ich schließe mit einem Gebet:

Guter Gott,
mir ist oft gar nicht nach singen zumute.
Wenn mir alles zu viel ist, zu viel Lockdown, zu viele Regeln, zu viele Viren.
Warum sollt ich dir denn singen? Das ist doch alles kaum zum Aushalten.
Ich kann dich nur bitten: Halte das mit mir aus, halte mich aus.

Guter Gott,
mir ist oft gar nicht nach singen zumute.
Wenn von allem zu wenig geht.
Zu wenig Besuch, zu wenig Austausch, zu wenig beieinander.
Warum sollt ich dir denn singen?
Ich kann dich nur bitten: Halte das mit mir aus, halte mich aus.

Guter Gott,
wenn das Meer brausen kann zu deinem Lob
und wenn alles, was darinnen ist, der Fische unzählge Herde, Wale, Algen, Plankton brausen und loben kann,
und wenn alle Berge fröhlich sein können:
so können wir das auch.
Lass auch uns brausen und fröhlich sein, lass uns summen, singen und brummen.
Lass auch uns mit noch so unserer schwachen Kraft,
mit Leib und Seele einstimmen in das Lob deiner Schöpfung.
Sei du unser Grundton, der nie verstummt.
Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Musik zur Meditation

(Prelude pour L ave maris stella, Cesar Frank (1822-1890))

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten
unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 324,1+11+15-18

1 Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst.
11 Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr– und Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei.
15 Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht.
16 Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt!
17 Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er tut und lässt geschehn, das nimmt ein gutes End.
18 Ei nun, so lass ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein.
(Text Paul Gerhardt 1653, Melodie Johann Crüger 1653)

Fürbitten

Herr Jesus Christus,
Ich bitte dich für die Einsamen - die Männer und Frauen und Kinder.
Ich bitte dich für die Kranken - die Starken, die Geschwächten, die Schwachen.
Ich bitte ich für die Werktätigen – die Helfenden, die Unterstützenden, die Tröstenden.
Ich bitte dich für die Verantwortlichen – die Stillen, die Lauten, die Vermittelnden.
Ich bitte dich für die Leidenden – die Trauernden, die Verletzten, die Aushaltenden.
Ich bitte dich für die Liebenden – die Mitfühlenden, die Vernünftigen, die Aufbegehrenden
Ich bitte dich für die Notleidenden – die Gequälten, die Orientierungslosen, die Müden.
Sei du bei uns allen in dieser kranken Zeit.
Sei du bei uns, wenn uns alles zu viel wird.
Sei du bei uns, wenn wir zu wenig bekommen.
Schenke Gesundheit -  und Vernunft.
Verbreite Gesundung - und Verstehen.
Sei du unser Gott.
Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn Dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit,
Amen.

Lied EG 369,7

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

(Wer nur den lieben Gott lässt walten, Text und Melodie Georg Neumark (1641) 1657)

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lass leuchten Sein Angesicht über dir
und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf dich
und gebe dir Seinen Frieden.
Amen

Musik zum Nachklang

(Toccata, P. Giovanni Martini (1706-1784))

Kollektenhinweis

In unseren Gottesdiensten sammeln wir regelmäßig Kollekten ein. Auch, wenn wir derzeit nicht zur gemeinsamen Feier zusammenkommen können, möchten wir Gelegenheit geben, zu teilen und wichtige kirchliche Aufgaben zu unterstützen.
Heute legen wir Ihnen die Kollekte für … ans Herz:
Informationen zum Kollektenzweck
Wenn Sie diese Aufgabenn unterstützen möchten, überweisen Sie den von Ihnen zu bestimmenden Geldbetrag bitte auf das Konto der
Ev. Kirchengemeinde Büren-Fürstenberg
IBAN DE34 4726 1603 0135 3000. Unter Verwendungszweck geben Sie bitte „DATUM – KOLLEKTENZWECK“ an, damit wir das Geld korrekt einsetzen bzw. weiterleiten können. Vielen Dank!