Glockenläuten

Musik zu Beginn

Eröffnung und Begrüßung

Im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes, AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, DER HIMMEL UND ERDE GEMACHT HAT.
Der Herr sei mit euch! UND MIT DEINEM GEIST.
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage: Freuet euch! Der Herr ist nahe!“ (Phil. 4,4.5b)

Lied: EG 9

1. Nun jauchzet, all ihr Frommen, / zu dieser Gnadenzeit, / weil unser Heil ist kommen, / der Herr der Herrlichkeit, / zwar ohne stolze Pracht, / doch mächtig, zu verheeren / und gänzlich zu zerstören / des Teufels Reich und Macht.

2. Er kommt zu uns geritten / auf einem Eselein / und stellt sich in die Mitten / für uns zum Opfer ein. / Er bringt kein zeitlich Gut, / er will allein erwerben / durch seinen Tod und Sterben, / was ewig währen tut.

3. Kein Zepter, keine Krone / sucht er auf dieser Welt; / im hohen Himmelsthrone / ist ihm sein Reich bestellt. / Er will hier seine Macht / und Majestät verhüllen, / bis er des Vaters Willen / im Leiden hat vollbracht.

4. Ihr Mächtigen auf Erden, / nehmt diesen König an, / wollt ihr beraten werden / und gehn die rechte Bahn, / die zu dem Himmel führt; / sonst, wo ihr ihn verachtet / und nur nach Hoheit trachtet, / des Höchsten Zorn euch rührt.

5. Ihr Armen und Elenden / zu dieser bösen Zeit, / die ihr an allen Enden / müsst haben Angst und Leid, / seid dennoch wohlgemut, / lasst eure Lieder klingen, / dem König Lob zu singen, / der ist eur höchstes Gut.

6. Er wird nun bald erscheinen / in seiner Herrlichkeit / und all eur Klag und Weinen / verwandeln ganz in Freud. / Er ists, der helfen kann; / halt’ eure Lampen fertig / und seid stets sein gewärtig, / er ist schon auf der Bahn.

Vorbereitungsgebet: Der frohe Mut (nach HR Kunze)

Wäre ich ein Dichter, dann wählte ich den Jubel.
Wäre ich ein Sucher, dann wählte ich den Trubel.
Wie die Dinge liegen, mache ich mir sanft zu eigen,
was Gottes Verheißungen unsern Augen zeigen.
Wäre ich ein Turner, dann wählte ich den Tanz.
Wäre ich ein Zauderer, dann wollte ich es ganz.
Bleiben von der Gegenwart wird nichts als die Beschämung:
So ist es gewesen. Ich war hemmungsvoll dabei.
Wäre ich ein Liebender, dann suchte ich die Verschwendung,
Wäre ich ein Zögernder, dann wollte ich die Sendung
Wäre ich ein Embryo, dann wählte ich trotz allem jetzt und auch in Zukunft immer wieder die Geburt.
Wäre ich ein Vernünftiger, ich liebt alles mit dem Etikett „absurd“
Ich pflanze einen Baum in meine Wut. Nur die Zukunft tut mir gut.

Psalm aus Psalm 102 im Wechsel gesprochen

Du aber, HERR, bleibst ewiglich
und dein Name für und für.

Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;
denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist,
und die Stunde ist gekommen –

denn deine Knechte lieben seine Steine
und tragen Leid um seine Trümmer –,

dass die Völker den Namen des HERRN fürchten
und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit,

wenn der HERR Zion wieder baut
und erscheint in seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen
und verschmäht ihr Gebet nicht.

Das werde geschrieben für die Nachkommen;
und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.

Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,
der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

dass er das Seufzen der Gefangenen höre
und losmache die Kinder des Todes,

dass sie in Zion verkünden den Namen des HERRN
und sein Lob in Jerusalem,

wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche,
dem HERRN zu dienen.

♫ EHRE SEI DEM VATER, DEM SOHN UND DEM HEILIGEN GEIST, WIE ES WAR IM ANFANG, JETZT UND IMMERDAR; UND VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT; AMEN. ♫

Lesung des Predigttextes aus 1. Mose 18

Der HERR erschien dem Abraham im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch mein Herr ist alt! Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht –, denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.
Halleluja
Hallelujavers:
„Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen!“
Halleluja

Predigt

Endlich mal ein Lachen! Sara lacht. Gott sei Dank!

Es scheint ja inzwischen so, als ob uns allen das Lachen vergangen ist. Tatsächlich ist die Situation in der Corona-Pandemie ja auch eines: Nicht Lustig! Tag für Tag hören wir neue Zahlen über Infektionen, R-Werte, Inzidenzen, Sterbefälle, Belegungsquoten auf Intensivstationen, Belastungswerte bei medizinischem Personal. Und all das regt zur Sorge an bei den politisch Verantwortlichen, aber auch bei den kirchlich Verantwortlichen. Das Presbyterium unserer Gemeinde ist der Empfehlung der Landeskirche gefolgt und hat die Präsenzgottesdienste bis zum 10. Januar ausgesetzt. Den allermeisten in der Gemeinde ist da im Blick auf den Heiligen Abend und das Weihnachtsfest eher zum Heulen zumute.

Im Lockdown bekommt das Leben eine neue Langsamkeit. Das tut dem einen oder der anderen durchaus gut. Entschleunigung gilt ja vielfach als Mittel zur seelischen Stabilisierung angesichts einer immer schneller sich drehenden Welt und einer immer komplexeren Wirklichkeit. Aber mit der Langsamkeit geht auch der gesenkte Blick einher, der Rückzug in die eigenen vier Wände, die Reduzierung der Kontakte, und es gibt Menschen, die erleben diese nun vor uns liegenden Wochen als ein Absterben ihrer Vitalität. Als ich die Konfirmand*innen in der letzten Woche bei einer Videokonferenz daraufhin befragte, antwortete der Großteil, dass er genervt sei: die Lebensfreude hat deutliche Kratzer bekommen. Das freie Spiel und die unbeschwerte Kommunikation unter Gleichaltrigen, der Wettkampf beim gemeinsamen Bolzen oder die Gemeinschaft beim Reiten in der Abteilung fehlen ungemein. Das fühlt sich ein wenig wie Sterben an. Und zurecht weisen manche Erwachsende darauf hin, dass sie um ihren Arbeitsplatz fürchten, dass das Kurzarbeitergeld nicht ausgezahlt werde, dass die Zukunft nicht mehr hell und offen, sondern verschlossen und dunkel sei.

Endlich mal ein Lachen! Sara lacht. Gott sei Dank!

Warum sie lacht? Ich kann es nur vermuten. Ich denke, es hat damit zu tun, dass sie durch die Verheißung eines Sohnes die eigene Welt anders sieht. Und dass sie sich dieses anders-Sehen erst noch aneignen muss. Die Verheißung eines Sohnes verändert sie und die Wahrnehmung ihres Lebens und ihrer Welt. Und diese Veränderung braucht Zeit. Vielleicht zunächst einmal die Ablehnung: „So ein Quatsch! Ich bin alt und nicht mehr gebärfähig! Und mein Mann Abraham ist auch alt. Ihm traue ich eine Zeugung nicht mehr zu! Darum: ich kann und ich werde keinen Sohn zur Welt bringen, und auch keine Tochter oder sonst irgendein Leben!“ Und dann lacht sie, weil sie spürt, dass sie wütend ist auf diese ihr verschlossene Zukunft, dass ihr eigenes Leben erstarrt ist. Jede verloschene Hoffnung hat die Wände in ihrem Lebenshaus nur noch fester verfugt, das Neue bleibt draußen und das Bekannte stirbt in diesem Lebenshaus leise vor sich hin. Und dann lacht sie und der Putz beginnt zu bröckeln. Sie lacht erst in sich hinein und spürt sich neu und wird weicher. Ihre innere Verhärtung bekommt Risse. Und sie lacht auch nach außen, so dass die Gäste Abrahams es hören. Und sie lacht sie aus und an. Sie lacht. Gott sei Dank. Und in ihrem Lachen öffnet sich die Wirklichkeit für das, was sie nicht von sich aus tun kann. In ihrem Lachen kommt Gottes Wirklichkeit in ihre Welt. Ihr Lachen – so zweideutig es vernommen werden kann, ihr Lachen ist die Eingangstür für die Gnade Gottes, für seinen Willen zur Zukunft und zum Leben.

Der alten, kinderlosen Frau öffnet Gott durch ihr Lachen eine Zukunft als Mutter, eine Perspektive des neuen Lebens. Die Kinder erinnern uns ältere ja daran, dass wir das Geschenk des Lebens weitergeben. Dass es eine Zukunft über unser Dasein hinaus gibt. Und dass Gott sich um diese Zukunft kümmert. Es ist darum auch ein Lachen des ungläubigen Staunens, wie es gar nicht anders sein kann. Es ist auch ein Lachen der erleichterten Freude. Sarah lacht! In der Geburt ihres Sohnes Isaak bekommt die Welt für die eine neue Zukunft.

Und mal ehrlich: In der Geburt seines Sohnes Jesus Christus gibt Gott der Welt eine neue Zukunft. Die Welt ist nicht das verzerrte Spiegelbild eines Corona-Virus. Die Welt ist nicht dem Tode geweiht, sondern dem Leben. Die Menschen gehen nicht an ihrem selbstverschuldeten Unvermögen zugrunde, sondern werden aus der Gnade Gottes heraus Zukunft haben. Darum ist es Zeit zu lachen. Vorsichtig, ungläubig, staunend, erlöst, befreit: Gott nimmt in seine Hände meine Zeit und schenkt ihr den Glanz seiner Ewigkeit.

Musik zur Meditation nach der Predigt

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied: EG 19

1. O komm, o komm, du Morgenstern / lass uns dich schauen, unsren Herrn / Vertreib das Dunkel unsrer Nacht / durch deines klaren Lichtes Pracht. / Freut euch, freut, euch, der Herr ist nah. / Freit euch und singt Halleluja.

2. O Komm, du Sohn aus Davids Stamm / du Friedensbringer, Osterlamm, / von Schuld und Knechtschaft mach uns frei / und von des Bösen Tyrannei / Freut euch, freut, euch, der Herr ist nah. / Freit euch und singt Halleluja.

3. O komm, o Herr, bleib bis ans End / bis dass uns nichts mehr von dir trennt / bis dich, wie es dein Wort verheißt, / der Freien Lied ohn Ende preist. Freut euch, freut, euch, der Herr ist nah. / Freut euch und singt Halleluja.

Fürbittengebet

Dein Kommen hast du verheißen, Gott, und so soll es gut werden für uns und alle Welt. Wir hoffen auf dich, wir erwarten dich.

Bald wirst du kommen, du Leben schenkender Gott.
Komm zu den Frauen, die ein Kind erwarten.
Komm zu den Frauen, die in Vorfreude lachen.
Komm zu den Frauen, die nicht wissen, wie sie mit einem Kind leben sollen. Wir bitten dich: R: Komme bald!

Bald wirst du kommen, du fürsorglicher Gott.
Komm zu den Kindern, die sich auf Weihnachten freuen.
Komm zu den Kindern, die sich ängstigen vor der langen Familienzeit. Komm zu den Kindern, denen ihre Lebens-Chancen verweigert werden. Wir bitten dich: R: Komme bald!

Bald wirst du kommen, du barmherziger Gott.
Komm zu den Armen und Unterdrückten. Komm zu den Hungrigen, zu den Opfern von Gier und Hass, zu den Flüchtlingen, zu denen ohne Obdach, zu den Arbeitslosen, komm zu denen, die keine Hoffnung mehr haben. Wir bitten dich: R: Komme bald!

Komm zu den Mächtigen. Komm zu den Klugen und Weisen.
Komm und zeige deinen Willen. Wir bitten dich: R: Komme bald!

Bald wirst du kommen, du Herr deiner Kirche.
Komm zu unseren Schwestern und Brüdern.

Komm zu den Gemeinden, die verzagt sind. Komm zu allen, die sich auf das Fest deines Kommens vorbereiten. Wir bitten dich: R: Komme bald!

Bald wirst du kommen, du unser Gott. Komm zu unseren Kranken.
Komm zu den Sterbenden. Komm zu den Trauernden. Nimm dich unserer Verstorbenen an. Besonders bitten wir für Herrn Wassili König. Wir bitten dich: Komme bald!
Denn du bist unser Gott, auf den wir warten durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn

Vaterunser

Vater unser im Himmel / Geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, / wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich / und die Kraft und die Herrlichkeit / in Ewigkeit. Amen.

Lied: EG 17

1. Wir sagen euch an den lieben Advent / Sehet, die erste Kerze brennt! / Wir sagen euch an eine heilige Zeit / Machet dem Herrn den Weg bereit! / Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr / Schon ist nahe der Herr

2. Wir sagen euch an den lieben Advent / Sehet, die zweite Kerze brennt / So nehmet euch eins um das andere an, / Wie auch der Herr an uns getan! / Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr / Schon ist nahe der Herr

3. Wir sagen euch an den lieben Advent / Sehet, die dritte Kerze brennt / Nun tragt eurer Güte hellen Schein / Weit in die dunkle Welt hinein / Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr / Schon ist nahe der Herr

4. Wir sagen euch an den lieben Advent / Sehet, die vierte Kerze brennt / Gott selber wird kommen, er zögert nicht, / Auf, auf, ihr Herzen und werdet licht! / Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr / Schon ist nahe der Herr

Bitte um Segen

Musik zum Nachklang